PILLS - Hintergrund

Auf Grund verbesserter Analysetechniken häufen sich in jüngerer Zeit Nachrichten über den Nachweis pharmazeutischer Rückstände in der aquatischen Umwelt. Arzneimittel werden im Krankheitsfall eingenommen und gelangen so in den Blutkreislauf. Doch nicht alle Stoffe werden vom Organismus umgewandelt - Teile davon werden vom Körper wieder ausgeschieden. Die in der Humanmedizin eingesetzten Stoffe gelangen in der Regel über die Kanalisation zur zentralen Abwasserreinigung in Kläranlagen. Doch auch moderne Kläranlagen, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen, können nicht sämtliche Stoffe aus dem Wasser eliminieren. Gerade Spurenstoffe, die sehr stabil sind, sind in der Lage, eine Kläranlage zu passieren. Die Konzentrationen der Spurenstoffe, die in Oberflächengewässern oder im Trinkwasser nachgewiesen werden, sind nach heutigem Kenntnisstand für den Menschen unbedenklich. Unklar ist allerdings, welche Wechselwirkungen im Gewässer als Lebensraum bestehen und welche Folgen dies für die Biodiversität hat.

Zur Reduktion der Gewässereinträge sind verschiedene Maßnahmen notwendig: Schon bei der Produktion der Arzneien sollte auf den vermehrten Einsatz biologisch abbaubarer Wirkstoffe geachtet werden. Auch ein veränderter Umgang mit Arzneimitteln, indem vermehrt auf umweltfreundliche Produkte geachtet wird, bzw. - wenn medizinisch unbedenklich - weniger Arzneimittel verwendet werden, kann zur Verminderung des Gewässereintrags beitragen. Schließlich können neue Verfahren bei der Abwasserbehandlung zu einer verbesserten Elimination der Rückstände führen.

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PILLS - Ziele

Die Ziele des Projekts sind:

  • Untersuchung, welche Behandlungsmethoden des Abwassers am besten geeignet sind, um pharmazeutische Spurenstoffe sowie Antibiotikaresistenzen zu eliminieren
  • Erforschung, ob und unter welchen Umständen eine lokale Behandlung von konzentriertem Abwasser, wie zum Beispiel an Krankenhäusern, sinnvoll ist
  • Verbreitung der Erkenntnisse und europaweit auf die Problematik aufmerksam machen

Weil die Konzentration von Arzneimittelrückständen an Punktquellen (wie zum Beispiel an Krankenhäusern oder Pflegeheimen) als vergleichsweise hoch erachtet wird, hoffen sie hier gute Bedingungen für die Erprobung von weitergehenden Abwasserreinigungstechnologien vorzufinden.

PILLS - Schlüsseldaten

Sechs Partner aus sechs Europäischen Staaten - Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich - arbeiten im Rahmen des PILLS-Projekts zusammen.

Das PILLS-Projekt läuft von September 2007 bis Dezember 2012. Es verfügt über ein Gesamtbudget von etwa 8 Mio. Euro; 50% davon werden vom ERDF ko-finanziert.

Die PILLS-Partnerschaft wird im Rahmen des INTERREG IV B-Programms der Europäischen Union gefördert.